Starke Knochen bei Osteoporose

Über einen langen Zeitraum findet der Prozess des Knochenschwundes (Osteoporose) meist unbemerkt und schmerzfrei im Körper statt. Nicht selten wird die Erkrankung erst nach einem Sturz und einem Knochenbruch diagnostiziert. Deswegen wird Osteoporose auch häufig als „stille Krankheit“ bezeichnet. Einmal diagnostiziert, nimmt Osteoporose allerdings einen hohen Stellenwert im Alltag der Patienten ein. Viele Patienten meiden Bewegungen und Aktivitäten aus Angst, stürzen zu können.

Welche Ursachen gibt es für Osteoporose?

Wie jede andere Struktur in unserem Körper ist auch Knochen eine belebte Struktur und durchläuft einen Stoffwechsel. Alte Knochenzellen werden durch sogenannte Osteoklasten abgebaut. Osteoblasten bauen wiederum neue Knochenzellen auf. Bei Osteoporose kommt es zu einem Missverhältnis zwischen Aufbau und Abbau – die Knochendichte nimmt ab. Da der Knochen äußerlich unverändert erscheint und sich nur im Inneren verändert, benötigt man zur Diagnostik meist eine sogenannte Knochendichtemessung.

Dieses Missverhältnis entsteht durch eine Vielzahl von Ursachen, wobei gerade hormonelle Prozesse eine große Rolle spielen. Aber auch

  • Nährstoffmangel an Vitamin D & Calcium,
  • Stress,
  • Alkohol und Nikotin,
  • Erkrankungen der Nieren, Schilddrüse,
  • Medikamente

können die Ursache sein.

Das weibliche Sexualhormon Östrogen hemmt den Knochenabbau. Allerdings sinkt der Östrogenspiegel während der Menopause, weswegen Frauen deutlich häufiger von Osteoporose betroffen sind.

Welche Ziele hat die Therapie bei Osteoporose?

Im Grunde lassen sich die Ziele der Osteoporose auf 3 Komponenten zusammenfassen:

  • Krafttraining und Koordinationstraining,
  • Sturzprophylaxe,
  • Knochendichte aufbauen (durch Ernährung und/oder Medikamente).

Krafttraining bei Osteoporose – Physiotherapie nicht mehr wegzudenken

Muskelaufbautraining an Gewichten hilft gezielt bei der Verbesserung des Knochenstoffwechsels und steigert die Belastbarkeit des Knochens. Außerdem bildet die Muskelmasse einen gewissen Schutzmantel um die Knochen. Sollten Patienten mit Osteoporose stürzen, schützt eine ausgeprägte Muskulatur. Krafttraining ist nach neuesten Leitlinien im Alter, während der Menopause und bei Osteoporose nicht mehr wegzudenken. Physiotherapie hilft Patienten dabei, passende Übungen auszuwählen, die richtige Trainingsintensität zu finden und das Verletzungsrisiko zu minimieren, da ein Therapeut das Training immer überwacht.

Im Rahmen der Physiotherapie können weiterhin Übungen zur Koordination, Training der Augen und des Gleichgewichtes vermittelt werden. Patienten werden auf kommende Stürze vorbereitet und üben das „richtige Fallen“. Somit sinkt die Angst vor weiteren Stürzen und die Patienten können wieder zu mehr Lebensfreude und Mut zur Bewegung finden.

Trotz der positiven Studienlage und Erfolge im Training bei Osteoporose scheuen einige Patienten das Krafttraining. Das abschreckende Image des „Pumpers“, stinkende Fitnessstudios, die Angst, etwas Falsches zu trainieren, oder der innere Schweinehund halten viele Patienten ab. Leider muss man aus therapeutischer Sicht zugeben, dass Sportarten mit Eigengewicht, im Wasser oder auf dem Fahrrad zwar auch den Stoffwechsel anregen, aber bei Weitem nicht den gewünschten Effekt des Krafttrainings auf Knochen und Muskulatur haben.

Sie haben weitere Fragen zum Thema Osteoporose oder benötigen individuell abgestimmte Hilfe? Sprechen Sie uns gerne an und vereinbaren Sie einen Termin in unserer Physiotherapiepraxis in Halberstadt.