Wach vor Schmerz bei Wadenkrampf

Rund 40% der Deutschen¹ kennen diese Situation: Ohne Vorwarnung und meist während der Nacht, zuckt oder krampft plötzlich die Wadenmuskulatur. An Schlaf ist erstmal nicht zu denken. Besonders betroffen sind Sportler, Schwangere , sowie Personen höheren Alters. Dementsprechend häufig wird dieses Problem, mit den Ärztinnen und Ärzten in der Hausarztpraxis, besprochen.

In diesem Beitrag werden die möglichen Ursachen und physiotherapeutische Tipps für den Umgang mit nächtlichen Krämpfen thematisiert. Außerdem klären wir, welche Rolle Magnesium bei Muskelkrämpfen spielt.

Ursachen

Meist haben Wadenkrämpfe eine harmlose Ursache und können aufgrund von allgemeinem Wassermangel oder hoher sportlicher Belastung entstehen. Jedoch könnten auch ernstzunehmende Erkrankungen zu den Möglichkeiten² zählen. Dazu gehören z.Bsp.: Elektrolytstörungen, Durchblutungsstörungen, Stoffwechsel- und Hormonstörungen, Infektionserkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten und der Kontakt mit Giftstoffen aus Alkohol und Nikotin.

Meist reicht eine ärztliche Anamnese und eine Auswertung des Blutbildes für eine Diagnose. Rund 25% der Ursachen von Muskelkrämpfen können nicht vollständig gefunden werden, weswegen man sie als „idiopathisch“ bezeichnet

Magnesium als Hilfsmittel

Seit den 70er Jahren hält sich in der Werbung von Apotheken, Nahrungsergänzungsmitteln und Co. der Mythos, dass vor allem die Einnahme von Magnesium bei Muskelkrämpfen helfen soll. Grund dafür ist eine kleine Studie mit geringer Wirkung, welche großzügig von den Medien ausgelegt worden ist. Tatsächlich widerlegen heutige Studien diese Tatsache allerdings und beschreiben die Wirksamkeit als „nicht höher als bei Placebos“³. Generell wirkt der Mineralstoff Magnesium (Mg) bei der Muskelkontraktion und Nervenfunktion mit. Allerdings ist dies nur einer von vielen notwendigen Stoffen und reiht sich lediglich in die Liste von Proteinen, Natrium, Calcium und dem Energiestoff ATP (Adenosintriphosphat) etc. ein. Welcher Stoff dem Muskel wirklich fehlt, bestätigt sich nur mittels einer Blutuntersuchung.

Tipps und Tricks

  1. Mobilisation – vorsichtig aufstehen und versuchen die Wade und das Sprunggelenk zu bewegen
  2. Wadendehnen – ziehen Sie die Zehenspitzen an die Nasenspitze heran und drücken Sie die Ferse und das Bein durch
  3. Temperatur – in akuten Fällen oder präventiv kann Wärme helfen, die Muskulatur zu entspannen. Auch Wechselbäder oder Güsse der Wade können die Durchblutung steigern und gelten nach Kneipp sogar als Gefäßtraining
  4. ausreichend Trinken – Flüßigkeit in Form von Wasser enthält bereits wichtige Mineralstoffe für die Versorgung unseres Körpers. Nach hohen Belastungen oder starkem Schwitzen, kann Gurkenwasser trinken helfen, den Elektrolythaushalt wieder aufzufüllen.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Sollten die Muskelkrämpfe sehr regelmäßig und in Kombination mit starken Schmerzen oder Begleitsymptomen wie Schwellung, Rötung, Temperatur, neurologischen Ausfällen oder allgemeinem Unwohlsein auftreten, sollte in jedem Fall eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Quellen:

  1. https://www.deutsche-familienversicherung.de/krankenhauszusatzversicherung/ratgeber/artikel/wadenkraempfe-ursachen-symptome-therapie/
  2. https://flexikon.doccheck.com/de/Wadenkrampf
  3. https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Nutzen-von-Magnesium-bei-Kraempfen-nicht-belegt-415748.html
  4. https://www.dshs-koeln.de/universitaere-weiterbildung/aktuelles-wissenswertes/blog-news/blog/mythen-der-sport-ernaehrung/#c175468